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Im Test: Firewatch (Steam, PS4)

Das frische Entwicklerstudio Campo Santo hat sich selbst noch keinen großen Namen gemacht, schließlich ist Firewatch ihr erstes Spiel, besteht aber aus Entwicklern, die bei namhaften Spielen wie The Walking Dead: Season 1, Gone Home, The Cave, Ori and the Blind Forest und Mark of the Ninja mitgewirkt haben. Entsprechend sind die Erwartungen an Firewatch gesetzt, welches wir für Euch einem Test unterzogen haben.

Gerade den Einfluss von Gone Home merkt man dem Spiel sehr an. Wer Gone Home gespielt hat, der wird in etwa wissen, was in Firewatch auf einen zukommen wird. So viel sei schon mal verraten: es schlägt klar in die Gattung „Walking Simulator“ – aber die gute Sorte!

Firewatch handelt von Henry, der die Ruhe sucht und hofft, sie in der Wildnis von Wyoming als Brandwächter gefunden zu haben. Mit Delilah, seinem „Boss“, trifft er auf jemanden, der voller Sarkasmus ist und gerne für so manchen Witz zu haben ist. Auch wenn sie die Einzige ist, die ihn lustig finden mag. Der einzige Kontakt zwischen ihnen ist ihr Handfunkgerät, da sie getrennt voneinander in ihren Wachtürmen sitzen und die weite Wildnis im Auge behalten müssen, um auf mögliche Brände aufmerksam zu werden. Doch die erhoffte Ruhe wird Henry durch einen Zwischenfall verwehrt und es gilt, die Wildnis zu erkunden und zu erfahren, was in dieser ihm unbekannten Welt lauert.

In rund 4-5h taucht ihr ein in die Wildnis, die Euch nach und nach eröffnet wird, indem ihr neue Utensilien findet, um die verschlossenen Wege zu öffnen. Auch wenn man eingeladen wird, die Welt ausgiebig zu erkunden und ab und an den einen oder anderen geheimen Ort entdeckt, so treibt einen – gerade in der ersten Stunde – die Konversation zwischen Henry und Delilah voran. Die Chemie zwischen den beiden, der Schlagabtausch in den Konversationen ist grandios. Immer weiter zur nächsten Möglichkeit ein Gespräch zwischen den beiden mithören zu dürfen und wieder eine der sarkastischen Bemerkungen zu erhalten, über die man nur allzu gerne lacht.

Entsprechend muss sicherlich nicht groß erwähnt werden, wie gelungen die Synchronisation des Spiels geworden ist. Auch wenn es schade ist, dass es nur eine englische Vertonung gibt, so ist diese hervorragend umgesetzt und packt einen, hält die Motivation oben und das bis zum Finale. Mich motivierte sie zu einem erneuten Durchgang, um auch die alternativen Antworten und daraus resultierenden Gespräche anhören zu dürfen. Aber auch abgesehen von den Dialogen kann sich ein erneuter Durchgang lohnen, da man gerade bei seinem ersten Versuch nicht auf alles achtet und so manche Interaktionsmöglichkeit übersieht und sei es nur eine wunderschöne Aussicht.

Eine Geschichte, die nach meinen Entscheidungen zugeschnitten wird, wie man es  z.B. von Life is Strange oder den bekannten Telltale-Spielen her kennt, sollte man zwar nicht erwarten, jedoch beeinflussen eure Antworten beispielsweise die Beziehung zwischen Henry und Delilah. Außerdem verändert sich die Erzählweise, auch wenn die grobe Haupthandlung die gleiche bleibt, sofern ich das bei meinen zwei Durchgängen mitbekommen habe. Etwas schade ist auch, dass nicht alle Fragen beantwortet werden, die sich im Durchlauf des Spieles stellen. Einiges bleibt somit der eigenen Fantasie überlassen. Wirklich negativ auffallend war es zwar nicht, aber ein runder Abschluss hätte mir persönlich besser gefallen und wäre definitiv ein Pluspunkt.

Grafisch weiß Firewatch allemal zu gefallen. Der Stil, für den man sich hier entschieden hat, ist atmosphärisch und durchweg stimmig und sorgt für einige sehr schöne Szenerien, die man nur allzu gern festhalten will und zum Glück auch kann. Entsprechend passiert es von Zeit zu Zeit, dass man beim Erkunden der Wildnis ab und an einfach mal innehält und die sehr gelungene Landschaft begutachtet und etwas in ihr schwelgt.  Die begleitende Musik, die sich nur sehr selten in den Vordergrund spielt, untermalt sehr gut die Stimmung, wenn sie eingesetzt wird. Die meiste Zeit hört man jedoch nur die Geräusche der Wildnis, die die gelungene Atmosphäre nochmal unterstreicht.

Fazit:
Mit Firewatch ist Campo Santo ein Spiel geglückt, welches mich durchweg bei Laune halten konnte. Von spannenden Momenten bis hin zu witzigen Schlagabtauschen in den Konversationen, die für den einen  oder anderen Lacher sorgten, ist alles dabei. Dazu eine Welt die sehr liebevoll gestaltet ist und einige Geheimnisse bereithält. Gone Home-Fans werden garantiert ihren Spaß mit Firewatch haben!

(getestet von Michael Brix)

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