Im Test: Fifa 16 (PC / PS4 / One)

In den letzten Jahren wird der Druck der Pro Evolution Soccer-Reihe auf den Platzhirsch Fifa immer stärker. EA ist also gezwungen, abseits des packend großen Lizenzpakets mit Verbesserungen und Innovationen zu punktet. Ob dies bei Fifa 16 gelungen ist?

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Tatsächlich hat sich das Gameplay gegenüber dem Vorjahr deutlich merkbar geändert. Das Spieltempo wurde beispielsweise runtergeschraubt, während die Defensive deutlich stärker wurde. Beides sorgt dafür, dass Dribblings mehr in den Fokus rücken, was mit spielstarken Mannschaften wie dem FC Barcelona oder dem FC Bayern München auch wirklich mehr Spaß macht, als zuvor. Durch die neue Ballphysik wurden aber auch Fernschüssen mehr Wucht verliehen, weshalb man nun auch öfters mal aus der hinteren Reihe aufs Tor zielt. Ansonsten wurden allgemein natürlich Verbesserungen an der Computer-KI vorgenommen. Einzig der pingelige Schiedsrichter, welcher einfach viel zu viele Elfmeterentscheidungen trifft, fehlt negativ auf. Taktisch bietet Fifa 16 zwar immer noch nicht den Tiefgang eines Pro Evolution Soccers, hat aber auch hier einen Schritt nach vorne gemacht. Das Spiel ist nach wie vor für Anfänger wie Profis gleichermaßen geeignet und erste bekommen nun auch mit einer Hilfefunktion während des Spiels Aktionen vorgeschlagen, die einem den Anfang erleichtern.

Die unfassbar umfangreiche Lizenzpaket bleibt auch in diesem Jahr wieder der Hauptkaufgrund von Fifa 16. Nahezu alle wichtigen Ligen und Nationalmannschaften mit ihren lizensierten Spielern sind hier vertreten und wenn man nicht gerade ein Fan eines Regionalligisten ist, wird man seine Lieblingsmannschaft aller Voraussicht nach finden und spielen können. Zum ersten Mal überhaupt könnt Ihr nun auch auf eine Auswahl an Damen-Nationalmannschaften zurückgreifen. Die Frauen sind sehr detailliert modelliert und spielen sich auch völlig anders als die Herren. Allerdings ist die Auswahl sehr überschaubar, beispielsweise fehlt die japanische Nationalelf. Eine willkommene Abwechslung stellen die Damen aber definitiv dar!

Ebenfalls neu ist der so genannte Draft-Modus. Dieser lässt sich eigentlich gut mit dem Arena-Modus aus Hearthstone vergleichen. Wir bekommen nämlich auch hier zufällige Karten/Spieler zugewiesen, müssen uns ein entsprechendes Team zusammenstellen und damit eine möglichst hohe Siegesserie starten. Je mehr Siege hingelegt wurden und je höher der Schwierigkeitsgrad ist, desto besser ist am Ende die Belohnung in Form von neuen Packs. Einen Haken hat die Sache allerdings: Nur die erste Teilnahme am Draft-Modus ist kostenlos, danach fallen jeweils rund 3 Euro an. Ansonsten sind natürlich auch wieder alle wichtigen Spielmodi der Reihe vertreten. Vom Einzelspiel über ganze Saisons, bis hin zum „Be a Pro“-Modus oder dem süchtig machenden Ultimate Team Modus ist hier alles wichtige dabei!

Auch die Präsentation zählt wieder Mal zu den größten Stärken von Fifa 16. Durch die Original-Stadien, die ganzen lizensierten Mannschaften und Spieler, die Anzeigen im TV-Stil sowie viele Details abseits des Spielsfelds kommt jede Menge Atmosphäre auf. Abgerundet wird dies durch Sprechchöre der Zuschauer sowie das kompetente Kommentatoren-Duo bestehend aus Frank Buschmann und Wolff-Christoph Fuss. Lediglich die Animationen der Spieler wirken nicht so flüssig, wie es bei Pro Evolution Soccer 2016 der Fall ist.

Fazit:
Fifa 16 bietet auch in diesem Jahr wieder das beste Gesamtpaket für Fußballfans. Das Spiel sieht klasse aus, bietet ein unschlagbares Lizenzpaket sowie viele interessante Spielmodi und konnte sich auch spielerisch positiv weiter entwickeln. Die Frauen-Nationalmannschaften sind eine sowohl spielerisch als auch optische Abwechslung und der neue Draft-Modus übt abgesehen von seinem Pay-to-Win-Prinzip auch einen gewissen Reiz aus. Wer Wert auf die Bundesliga-Lizenz legt, kommt also auch in diesem Jahr nicht um Fifa herum.