Im Test: Dragon Quest Builders (PS4, Vita)

Dragon Quest-Reihe gilt als Mutter aller japanischen Rollenspiele, konnte in letzter Zeit aber auch eine gewisse Vielseitigkeit unter Beweis stellen. So machte Dragon Quest Heroes im letzten Jahr als Musou-Action-RPG der Dynasty Warriors-Reihe Konkurrenz. Mit Dragon Quest Builders möchte man nun das Sandbox-Gameplay eines Minecraft mit den Stärken der Dragon Quest-Reihe vereinen. Wieso diese Mischung komplett aufgeht, verrät der folgende Test.

Dragon Quest Builders ist nach dem schlechten Ende von Dragon Quest 1 angesiedelt, als sich der Held des Spiels im Austausch gegen die halbe Welt dem dunklen Drachenfürsten anschließt, was quasi zum Untergang der menschlichen Zivilisation führte. Als Erbauer sind wir nun als einziger dazu in der Lage, der Welt wieder Leben einzuhauchen, alles wieder aufzubauen und uns dem Bösen entgegenzustellen.

Im Kern ist Dragon Quest Builders ein Sandbox-Spiel wie Minecraft oder Terraria. Wir sammeln in einer blockförmigen (aber nicht zufallsgenerierten!) Welt Ressourcen ein und bauen damit Gebäude bzw. stellen damit Einrichtungsgegenstände und Ausrüstungsgegenstände her. Je mehr Ressourcenarten man entdeckt, desto mehr Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung und je hochwertiger das Material, desto hochwertiger ist natürlich auch das Ergebnis. Auch das Überleben spielt in dem Spiel eine Rolle, denn man muss darauf achten, dass der Charakter nicht verhungert, was zum Verlust von Lebenspunkten führt.

Was das Spiel allerdings stark von Minecraft unterscheidet, ist der lineare Aufbau, den man aus typischen Rollenspielen kennt. Hier wird man nicht ins kalte Wasser geworfen, sondern trifft auf NPCs, die uns mit verschiedenen Quests versorgen und mit neuen Gegenständen belohnen. Die Quests sorgen zum einen für einen Fortschritt in der Story, zum anderen erwecken sie unsere kreative und entdeckerfreudige Seite. Das Missionsdesign ist dabei ziemlich abwechslungsreich: Mal müssen wir bestimmte Gegenstände finden oder craften, mal eine gewisse Gegnerart besiegen oder auch mal Gebäude reparieren/bauen und Punkte vor Gegnerhorden verteidigen. Am Ende jedes Kapitels (vier gibt es insgesamt) wartet dann immer ein spannender Bosskampf auf uns, der zum Teil auch bestimmte Gegenstände voraussetzt und taktisches Vorgehen verlangt.

Für den Spielcharakter gibt es im Spiel keine Level-Ups und Erfahrungspunkte. Man wird nur stärker, wenn man eben auch stärkere Waffen und Rüstungen angelegt hat. Mit so genannten Lebenssamen kann man allerdings seine HP-Leiste erhöhen. Anders sieht es bei den Siedlungen aus. Diese kann man durch das Bauen von neuen Gebäuden bzw. durch das Dekorieren dieser mit hergestellten Gegenständen (Tische, Stühle, Betten, Kisten, etc.) aufleveln. Diese Level-Ups sind für den Fortschritt in der Story notwendig, führen gleichzeitig aber auch zu neuen Bewohnern und schalten mehr Baumöglichkeiten frei.

Im großen und ganzen lässt sich die Steuerung als durchaus gelungen und eingängig beschreiben. Das Sammeln von Ressourcen und Bauen von Gebäuden geht genauso gut von der Hand, wie die Kämpfe mit den Gegnern. Lediglich bei der Inventarführung hätte man sich mehr Gedanken machen sollen. So ist diese leider ziemlich veraltet und umständlich umgesetzt worden, was die Benutzerfreundlichkeit erschwert. Letztere wird hin und wieder auch zusätzlich von leichten Kameraproblemen (vor allem in Gebäuden und Dungeons) verschlechtert.

Im gesamten Spiel gibt es keinen Zeitdruck und man kann den Titel beliebig nach seinen Vorlieben spielen. Ihr könnt auf Wunsch einfach nur den Wünschen der NPCs nachgehen und der Handlung folgen oder aber einfach nur die Welt erkunden und beispielsweise seltene Schatztruhen und verschiedene Rätsel entdecken. Kreative Spieler können sich aber auch das ganze Spiel über nur auf das Bauen, Craften und Sammeln von Ressourcen beschränken bzw. sich im Free-Buid-Modus austoben. Ich persönlich bevorzuge eine Mischung aus allem und konnte man damit nur schwer von dem Spiel losreißen.

Der größte Kritikpunkt an Dragon Quest Builders ist sicherlich der fehlende Mehrspielerpart. Das Spiel ist ein reines Singleplayer-Vergnügen und es fehlt einfach die Möglichkeit, seine erbauten Siedlungen mit Freunden zu teilen. Auch wäre ich gerne gemeinsam mit Freunden auf Monsterjagd gegangen oder hätte gerne gemeinsam verrückte Gebäude erbaut. Leider Fehlanzeige, dafür kann sich aber der Umfang sehen lassen. Der Story-Modus, der vier Kapitel umfasst, bietet eine Spielzeit von 30 bis 40 Stunden, während der Free-Build-Modus, ähnlich wie Minecraft, endlos gespielt werden kann.

Technisch bietet Dragon Quest Builders Höhen und Tiefen. Optisch wurde der bunte Stil der Dragon Quest-Reihe ziemlich charmant umgesetzt, jedoch wirken die Umgebungen teilweise doch sehr trist. Positiv zu erwähnen ist aber wieder, dass die Framerate sehr stabil läuft, egal wie groß die Gebäude oder das Gegneraufkommen auch sind. Mich persönlich hat das vielen einer Sprachausgabe nicht gestört, weil ich es von den anderen Dragon Quest-Spielen eben auch kenne. Der eine oder andere wird sich aber sicherlich daran stören. Gleiches gilt auch für die Musik, die für mich einfach zu der Serie gehört, anderen aber sicherlich als zu öde erscheinen dürfte.

Fazit:
Dragon Quest Builders ist alles andere als eine billige Minecraft-Kopie, sondern verbindet das kreative Sandbox-Gameplay mit abwechslungsreichen Quests, einer interessanten Handlung sowie spannenden Bosskämpfen und dem typischen Dragon Quest-Flair. Wem in Minecraft der rote Faden gefehlt hat, der ist bei Dragon Quest Builders ganz klar an der richtigen Adresse! Mich konnte jedenfalls schon lange kein Sandbox-Spiel mehr so sehr fesseln, wie es Dragon Quest Builders getan hat. Da schaue ich auch gerne darüber hinweg, dass ein Mehrspieler-Modus fehlt und die Benutzerfreundlichkeit unter einer schlechten Inventarführung und vereinzelten Kameraproblemen leidet. Für mich eine der positivsten Überraschungen des Jahres!

Mein Tipp: Probiert unbedingt die kostenlose Demo im Playstation Store aus und überzeugt euch selbst von der Qualität des Spiels!

Dragon Quest Builders ist seit dem 14. Oktober für Playstation 4 und Vita erhältlich. Die Vita-Version ist ausschließlich digital erhältlich.