Im Test: Dragon Age Inquisition

Im Jahr 2009 lieferte Bioware mit Dragon Age: Origins eines der besten Rollenspiele aller Zeiten ab und die Erwarten an die Fortsetzung waren ausgesprochen hoch. Leider konnte Dragon Age II diese aber absolut nicht erfüllen und enttäuschte viele Fans enorm. Mit Dragon Age Inquisition möchten die kanadischen RPG-Spezialisten zur alten Stärke finden. Ob das gelingt, zeigt unser Test!

Über den Entwickler:
Bioware wurde 1995 in Edmonton, Kanada gegründet und zählt sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten Entwicklern von Rollenspielen. Mit der Baldurs Gate-, Neverwinter Nights-, Mass Effect- oder eben Dragon Age-Reihe veröffentlichte das Studio viele der besten Rollenspiele überhaupt.

Darum geht es:
Dragon Age Inquisition spielt einige Jahre nach den Ereignissen aus Dragon Age 2. Die Reiche Orlais und Ferelden dienen hier als Schauplatz und sind von einigen politischen und auch militärischen Krisen erschüttert. Zu allem Überfluss dringen durch Dimensionsrisse Heerscharen ab Dämonen ein und es liegt am Spieler, die Inquisition anzuführen, die Kräfte des Chaos zu bezwingen und somit Ordnung und Frieden wiederherzustellen.

Das macht das Spiel besonders:
Dragon Age Inquistion bietet jetzt nicht unbedingt etwas ganz spezielles, was es von anderen Bioware-Titeln abhebt, aber das Spiel enthält einfach alles, was ein gutes Bioware-Spiel braucht: Nämlich eine spannende Handlung, viele Entscheidungen mit Einfluss auf die Handlung, interessante Charaktere, ein gelungenes Artdesign, großartige Dialoge sowie ein gutes Kampfsystem und abwechslungsreiche (Haupt-)Quests. Mein persönlicher Star des Spiels ist die einfach unfassbar große Spielwelt. Die Karte ist randvoll mit unzähligen Gebieten, von denen keines dem anderen gleicht. Jedes wurde dank der Frostbite 3-Engine extrem detailliert aber auch sehr atmosphärisch umgesetzt und lädt zum Erkunden ein. Überhaupt macht das Spiel technisch alles richtig. Die Grafik ist wunderschön, die Sprecher sind bis auf wenige Ausnahmen sehr gut gewählt und der Soundtrack ist einfach nur als episch zu beschreiben. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber Kenner der Serie dürfen sich auch darauf freuen, bekannte Charaktere zu treffen und viele Antworten auf bestimmte Fragen zu finden. Allein das sollte für Fans einen Kaufgrund darstellen. Ach ja, ein ziemlich cooles, neues Feature sollte nicht unerwähnt bleiben: In Dragon Age Inquistion haben wir nämlich unsere eigene Burg und können diese nach Belieben einrichten. In der Burg treffen wir natürlich auch unsere Begleiter an und können mit diesen sehr gut geschriebene und interessante Dialoge führen und mit dem einen oder anderen – ganz Bioware-typisch – eine Liebesbeziehung eingehen.

Das könnte das Spiel besser machen:
Abgesehen von einigen Bugs, wie z.B. die fehlerhaften Dialoge und plötzlichen Spielabbrüche, gibt es vor allem zwei Dinge, die mich an dem Spiel gestört haben. Die Sammelquests sind dabei sicherlich das größte Manko, denn abseits der Hauptstory und einigen guten Sidequests ist das Spiel vollgepackt mit Quests dieser Art, die man aber leider nicht immer ignorieren kann, denn oft ist man gezwungen diese zu erfüllen, damit man die Hauptquest weiterführen kann. Wäre das nicht der Fall, hätte es sicher auch niemanden gestört, so aber hat das Spiel stellenweise den Charakter eines generischen MMOs oder eines Assassins Creed-Klons. Ein weiterer Kritikpunkt: Wenn man das Spiel mit einem Mass Effect oder auch Dragon Age Origins vergleicht, muss man einfach zugeben, dass die Charaktere bei weitem nicht so interessant sind und einem nach dem Durchspielen auch deutlich weniger im Gedächtnis bleiben. Klar, viele bekannte Gesichter sind hier auch vertreten, kommen meiner Meinung nach aber etwas zu kurz. Das ist aber Meckern auf hohem Niveau.

Preis/Leistungs-Verhältnis:
Wenn es ein Spiel gibt, welches die Anschaffung zum Vollpreis rechtfertig, dann ist es meines Erachtens nach definitiv Dragon Age Inquisition. Selbst wer nur „schnell“ durch die Hauptstory rushen will, benötigt dafür mindestens 40 Spielstunden. Wer dagegen alles sehen will, muss locker 100 Stunden investieren. Hinzu kommt ein Online-Modus, in dem man sich gemeinsam mit Freunden in den Kampf und auf Beutejagd begeben kann. Der Umfang ist wirklich riesig und die Weltkarte ist voll mit großen, abwechslungsreichen Gebieten, die es zu erkunden gilt.

Fazit:
Nach dem ziemlich enttäuschenden zweiten Teil, findet Dragon Age Inquisition endlich wieder zur alten Stärke zurück. Zwar erreicht das Spiel aufgrund der etwas nervigen Sammelquests und den etwas weniger interessanten Charakteren nicht ganz die Klasse des Erstlings, dafür kann der Titel aber mit der riesigen Spielwelt, dem genialen Artdesign sowie der spektakulären Grafik einiges ausgleichen. Kurzum: Definitiv DAS RPG-Highlight des Jahres!