CounterSpy Test
CounterSpy Test

Im Test: CounterSpy (PSN)

Mit CounterSpy haben Dynamighty und Sony in dieser Wochen einen Stealth-Platformer veröffentlicht, der sich stilistisch vor einigen Filmklassikern verbeugt. Ob ihr mit diesem Spiel das Sommerloch überbrücken solltet, zeigt dieser Test.

Über den Entwickler:
CounterSpy wurde von dem in San Francisco ansässigen Indie-Studo Dynamighty entwickelt. Das Studio wurde 2011 von zwei ehemaligen LucasArts-Mitarbeitern gegründet und besteht mittlerweile aus 10 kreativen Köpfen. CounterSpy ist das erste Spiel des Studios.

Darum geht es in dem Spiel:
CounterSpy ist in den 60er-Jahren in einem fiktiven Wettstreit zwischen zwei Supermächten angesiedelt. Diese liefern sich ein Wettrennen, wer zuerst eine Atomrakete auf den Mond schießen kann. Das Problem: Sollte es soweit kommen, würde auch die Erde einen erheblichen Schaden davon tragen und das müssen wir in der Rolle des Agenten Counter verhindern!

Das Ziel von CounterSpy liegt darin, zahlreiche Basen der beiden Streitköpfe zu infiltrieren und in den Besitz der Atomraketen-Startpläne zu gelangen, um einen Weltuntergang zu verhindern. Dabei können wir entweder lautlos oder wie Rambo agieren, wobei meist letzteres der Fall sein wird. Das Spiel läuft zum Großteil aus der 2D-Perspektiv in Platformer-Manier ab, wenn man sich allerdings in Deckung begibt, wird in eine dreidimensionale Third-Person-Sicht gewechselt.

Das macht das Spiel besonders:
Ohne Frage, die gesamte Präsentation des Spiels ist das absolute Highlight von CounterSpy. Das Spiel fängt den Vibe der 50er- und 60er-Jahre sowie von Filmen wie James Bond oder Austin Powers perfekt ein, sowohl optisch als auch akustisch. Gleichzeitig erinnert der Humor stark an den Filmklassiker Dr. Strangelove. Eine Prise Pixar ist ebenfalls enthalten, was auch sicher daran liegt, dass hier dran ein ehemaliger Pixar-Mitarbeiter beteiligt war. Sogar ein cooles Intro wie in den James Bond-Filmen ist dabei!

Mal etwas anderes ist auch die Onlinekomponente in CounterSpy. Wir messen uns hier stets mit den Highscores von Freunden oder Leuten, die das Spiel besitzen und bekommen immer einen Spieler zugewiesen, den es zu schlagen gilt. Ist uns dies gelungen, finden wir im nächsten Level seine Leiche und sammeln eine großzügige Belohnung ein. Nett.

Das könnte das Spiel besser machen:
Während die Präsentation bis auf eine fehlende Sprachausgabe und langweilige Textdialoge alles richtig macht, gibt es beim Gameplay leider viel zu beanstanden. Das größte Problem von CounterSpy ist dabei die nicht richtig funktionierende Stealth-Mechanik. Ja, wir können hier Gegner lautlos ausschalten, Kameras deaktivieren und Geheimgänge verwenden, um den Gegnern aus dem Weg zu gehen. Allerdings nützt uns das recht wenig, wenn die Gegner oft am Eingang eines neuen Raums positioniert sind und man so einer Entdeckung nicht aus dem Weg gehen kann. Auch die Tatsache, dass wir manchmal von Gegnern entdeckt werden, die wir gar nicht sehen, trägt einiges dazu bei. Zudem agiert die KI der Gegner absolut dumm, kann beispielsweise nicht mal Leitern benutzen.

Des Weiteren mangelt es dem Spiel an Abwechslungsreichtum. Zwar sind die Levels zufällig generiert, aber immer nach dem gleichen Prinzip. Es gibt weder wirklich abwechslungsreiche Schauplätze noch coole Gadgets, wie beispielsweise in Splinter Cell. Zwar können wir mit gesammelten Blaupausen neue Waffen und Upgrade erwerben, aber hier ist nichts wirklich einzigartiges dabei. Auch das Spielprinzip ist immer gleich, es muss eigentlich immer eine Basis infiltriert werden.

Leider ist die Vita-Version technisch auch nicht fehlerfrei. Ich glaube, ich habe selten in einem Vita-Spiel so lange Ladezeiten erlebt und zu Ruckeleinlagen kommt es ebenfalls. Überhaupt merkt man hier, dass die Vita an ihre Grenzen stößt.

Preis/Leistungsverhältnis:
CounterSpy kostet im Playstation Store 12,99 Euro (oder 10,39 Euro als PS Plus-User) und mit einem Kauf erhält man das Spiel dank Cross-Buy für gleich drei Playstation-Konsolen (PS3 / PS4 / Vita). Ein Durchgang in CounterSpy dauert etwa zwei bis drei Stunden, durch höhere Schwierigkeitsgrade, viele versteckte Blaupausen und Dokumente sowie die Tatsache, dass alle Levels zufällig generiert sind, ist aber für Wiederspielwert gesorgt.

Fazit:
Müsste ich CounterSpy mit einem James Bond-Filmtitel beschreiben, würde meine Wahl wohl auf „For Your Eyes Only“ fallen, denn das Auge kommt bei diesem Spiel dank der großartigen Präsentation am meisten auf seine Kosten! Das Gameplay kann dagegen nicht so sehr begeistern, weil die ganze Stealth-Mechanik nicht funktioniert und es dem Spiel an Abwechslung mangelt. Ich für meinen Teil konnte als großer James Bond-Fan dank dem 60er-Jahre-Flair aber über die Mängel hinwegsehen. Ob ihr das auch tun könnt, müsst ihr selbst wissen…