Im Test: Cities: Skylines (Steam)

Der letzte Sim City-Ableger war nicht nur durch seinen Online-Zwang ein Flop und wohl auch der Grund dafür, dass das Entwicklerstudio Maxis kürzlich geschlossen wurde. Genre-Fans müssen sich aber nicht sorgen, denn mit Cities: Skylines hat Paradox nun eine mehr als würdige Alternative abgeliefert! Mehr dazu in unserem Test…

Über die Entwickler:
Cities: Skylines wurde von dem finnischen Entwicklerstudio Colossal Order entwickelt, welches 2009 gegründet wurde. Diese sind absolut keine Neulinge auf dem Gebiet der Städtebau-Simluationen, schließlich haben sie sich zuvor schon mit den beiden Cities in Motion-Teilen einen Namen gemacht.

Darum geht es:
Cities: Skylines ist eine klassische Städtebau-Simulation, in der wir eine Stadt erbauen und natürlich auch verwalten müssen. Wir errichten ein Straßennetz, versorgen die Stadt mit Wasser und Strom, gehen als Bürgermeister auf die Bedürfnisse der Bürger ein und sehen einfach dabei zu, wie unsere Stadt wächst und gedeiht.

Das macht das Spiel besonders:
Cities: Skylines bietet zwar keine spielerischen Innovationen, vereint dafür aber gekonnt das Beste aus dem Genre und trifft im Gegensatz zum letzten Sim City fast immer die richtigen Entscheidungen. Cities: Skylines kommt ohne Online-Zwang daher und bietet verglichen mit Sim City eine wesentlich größere Spielwelt sowie ein weitaus tiefgängigeres Gameplay. Durch die hervorragende Lernkurve ist es hier aber auch völlig egal, ob man Genre-Neuling oder Experte ist. Durch Erreichen von Meilensteinen, was immer eine bestimmte Anzahl an Einwohnern voraussetzt, schaltet man Schritt für Schritt neue Gebäude, Optionen und Features frei und wird dadurch langsam herangeführt. Eine sehr gute Entscheidung, schließlich steigen mit einer wachsenden Stadt nicht nur die Einwohnerzahlen, sondern eben auch die Aufgaben eines Bürgermeisters. Im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres steht die sehr gut umgesetzte Verkehrsführung vor allem im späteren Verlauf etwas mehr im Fokus. Hier merkt man, dass die Entwickler zuvor die beiden Cities in Motion-Teile entwickelt haben. Das persönlich beste Feature von Cities: Skylines ist die enorm vorbildliche Community-Anbindung. User können hier nämlich nicht nur eigene Karten, sondern eben auch neue Gebäude und sogar Mods basteln und diese mit der ganzen Welt teilen! So wird man durch die äußerst aktive Community nicht nur mit spannenden neuen Inhalten, sondern dank den Mods auch Verbesserungen versorgt. Und das Beste: Die Workshop-Inhalte sind ebenso wie das Spiel selbst komplett offline spielbar! 😉

Das könnte das Spiel besser machen:
Es ist extrem bemerkenswert, dass Cities: Skylines zwar ein wirklich großartiges Spiel ist, es aber dennoch für einen Nachfolger genügend Luft nach oben bietet. Denn das Spiel verfügt zum Beispiel weder über Katastrophen, noch über einen Tag/Nacht-Wechsel oder Gebäudeverbesserungen. Auch Jahreszeiten sowie einen Mehrspieler-Modus vermisse ich hier, aber all das mindert den Spielspaß nicht im geringsten, sondern verdeutlicht nur, wie viel Potenzial in dem bereits extrem guten Spiel schlummert! Und wer weiß? Das eine oder andere Feature dürfte sicherlich auch in Form von Mods nachgereicht werden.

Preis/Leistungs-Verhältnis:
Cities: Skylines ist kein Vollpreisspiel, sondern wird zum Preis von nur 27,99 Euro angeboten. Wenn man nun bedenkt, dass das Spiel sowohl technisch als auch spielerisch auf ganzer Linie begeistert und allen anderen Vertretern des Genres die Show stiehlt, kann man das Preis/Leistungs-Verhältnis einfach nur als perfekt bezeichnen! Durch die fleißige Community dürften wir zudem auch noch in einigen Jahren mit neuen, kostenlosen Spielinhalten versorgt werden. Wer sich das Spiel übrigens in der rund 30 Euro teuren Retail-Version zulegt, darf sich über fünf exklusive Gebäude freuen.

Fazit:
Cities: Skylines ist nicht geringeres als ein wahr gewordener Traum für alle Fans von Städtebau-Simulationen! Es ist schon irgendwie makaber, dass Paradox kurz nach der Schließung von Maxis eine neue Genre-Referenz raushaut. Aber das Spiel hat sich den Thron einfach durch seine Detailliebe, die riesigen Karten, die enorme Benutzerfreundlichkeit sowie den tollen Mod-Support absolut verdient. Hinzu kommt, dass das Spiel zu einem Spitzenpreis von unter 30 Euro angeboten wird. Für mich ist das Spiel schon jetzt ein moderner Klassiker und seit Sim City 2000 hatte ich nicht mehr so viel Spaß mit einem Spiel dieses Genres!