Doppel-Test: Damascus Gear Operation Tokyo & Operation Osaka

Arc System Works veröffentlichte in diesen Tagen nicht nur einen Ableger ihrer Mech-Hack’n’Slay-Reihe Damascus Gear, sondern direkt zwei! Operation Tokyo und Operation Osaka. Erstes feiert sein Debüt auf der Nintendo Switch, während Operation Osaka zum ersten Mal auf PC, Playstation 4 und Playstation Vita seinen Weg in den Westen findet. Wir haben uns direkt beide Titel für euch angeschaut!

Damascus Gear: Operation Tokyo (Nintendo Switch)
Während des Vierten Weltkrieges Mitte des 21. Jahrhunderts, entwickelte die Atsuga Corporation neuartige Kampfmaschinen namens GEARs, die durch ihre unzähligen Anpassungsmöglichkeiten den Sieg für Japan und ihre Verbündeten sichern sollten. Zwar konnten diese durch Piloten gesteuert werden, aber verfügten die ersten GEARs Modelle auch eine eingebaute K.I., die völlig automatisiert handeln konnten. Wie es natürlich nicht anders kommen konnte, drehten die K.I. durch und wendeten sich gegen ihre menschlichen Schöpfer. Die nun in RAGE umbenannten Roboter wütenden daraufhin weltweit und trieben die Menschheit an den Rand der Auslöschung. 50 Jahre später leben die letzten Überlebenden zurückgezogen in versteckten Bunkern und beginnen mit der langsamen Zurückeroberung ihrer Städte. Als frischer Grünschnabel in der Anti-RAGE 4th Division von Tokyo, liegt es nun an uns, die alte Heimat von den RAGE zu säubern.

Wir steuern unseren Mech dabei ganz Genre-typisch über die Iso-Perspektive durch die unzähligen Aufträge und schlagen uns von einer Horde an Gegner zur nächsten. Meistens sind wir aber dabei nicht alleine, sondern werden in den meisten Missionen von anderen Piloten unserer Einheit unterstützt. Leider sind diese jedoch nicht immer die hellsten, weswegen sie öfters mal in eine andere Richtung sich bewegen und dazu nicht selten das Zeitliche segnen.

Apropos Zeit: jede Mission hat ein strenges Zeitlimit, welches wir einhalten müssen. Die Level sind hier aber alle recht kurz aufgebaut, weswegen dies nie wirklich für uns Gefährlich wird. Trotzdem sollten wir immer in Bewegung bleiben und alle Ziele schnell abhacken, da uns ein besserer Abschluss auch direkt mehr Geld in die Kassen spült.

Die Gegner unterscheiden sich dabei recht früh im Spielverlauf mit unterschiedlichen Größen und Bewaffnungen. Während wir durch die ersten Mechs noch so durchgehen, wie ein warmes Messer durch Butter, stoßen wir schon nach wenigen Missionen auf turmhohe Giganten aus Stahl, die unachtsamen Piloten schnell das Licht ausschalten.

Damit wir diesen Monstern etwas entgegenhalten können, müssen wir unseren Mech so schnell wie möglich stärker machen. Zu unserem Glück sind die GEARs komplett anpassungsfähig, weswegen wir sogar abgeschlagene Rüstungen und Waffen von unseren Feinden an unseren eigenen Mech anbringen können. Bis zu drei Waffen können wir dabei an Bord haben. Links und rechts lassen sich von MGs bis hin zu riesigen Klinge eine Vielzahl an verschiedensten Waffen montieren, während der Rücken Platz für besonders große Kaliber bietet, wie z.B. Laserkanonen und Raketenwerfer.

Munition kann uns dabei in den Gefechten nie ausgehen, benutzen wir jedoch dieselbe Waffe zu lange, kann sich diese überhitzen und muss darauf für eine kurze Zeit erstmal abkühlen.

Die Geschichte von Operation Tokyo wird uns nur via Funksprüche präsentiert und bedient dabei fast jedes Mecha-Anime-Klischee, welches man sich vorstellen könnte.

Aber auch abseits der Dialoge bietet der Titel keine Überraschungen und gerade das Leveldesign kann davon ein Lied singen. So sind wir nämlich Dauergast in den grauen Ruinen und immer gleichen Straßenschluchten des Postapokalyptischen Tokyos und bewegen uns von einem Schlauch zum nächsten. Variationen sind hier Fehlanzeige und schon nach wenigen Stunden hat man das Gefühl, man bräuchte Urlaub von all dem ganzen.

Doch wie sieht es nun mit der Fortsetzung Operation Osaka aus? Tja, wer sich das Ende von Operation Tokyo nicht spoilern will, sollte den nächsten Abschnitt am besten überspringen!

Damascus Gear: Operation Osaka (PS4, Vita, Steam)
Story-technisch spielt der Titel 30 Jahre nach den Ereignissen von Tokyo, die RAGE wurden vernichtet und die Menschheit findet sich wieder im Aufbau ihrer Zivilisation. Wir schlüpfen in die Rolle eines neuen Hauptcharakters, der durch einen Schicksalsschlag eine riesige Summe an Schulden aufgebrummt bekommt, die dazu auch noch innerhalb von 25 Tagen zurückgezahlt werden müssen. Um diese Menge an Kohle kurzfristig zusammenbekommen, haben wir keine andere Wahl als unser Leben in der Arena von Cosmopolis zu riskieren und damit eine Chance auf die hohen Preisgelder zu bekommen.

Die größten Veränderungen zwischen beiden Ablegern liegen in der Präsentation und dem Leveldesign. Während sich die Funksprüche unserer Kollegen früher recht kurz und knackig waren, haben wir mit unserer neuen Operatorin eine echte Plaudertasche an der Backe, die uns mit regelmäßigen und langen Monologen zwar auch Informationen liefert, aber meistens nur von der Action abhält. Fans von Visual Novels könnten aber vielleicht gefallen daran finden.

Wenn ich von Veränderungen im Leveldesign spreche, meine ich leider nicht, dass wir es hier mit verschiedenen Settings zu tun haben. Nein, denn genau wie in Operation Tokyo sehen wir eigentlich ständig denselben Textur-Teppich, doch sind die Level an sich nun anders aufgebaut. So arbeiten wir uns nun Dungeon-Crawler-artig durch die unzähligen Etagen unter Cosmopolis, die noch von alten RAGE-Modellen bewohnt werden. Das Säubern dieser Etagen ist aber nur eine Vorbereitung auf die Kämpfe in der Arena und dient in erster Linie dazu, um an das nötige Kleingeld für bessere Teile heranzukommen.

Sonst bleibt alles beim alten und Arc System Works hat hier keine Experimente gewagt. Wir steuern immer noch unseren Mech über die Iso-Perspektive durch Schläuche, zerstören einen Mob nach dem anderen, sammeln Loot und verbessern unseren Mech. Rinse & repeat, bis wir die Nr. 1 in der Arena sind.

Technisch gewinnt keiner der Titel einen Blumentopf und gerade die Framerate im Handheld-Modus der Switch kann hier und da mal gerne tief in die Knie gehen. Zwar lag uns die Playstation Vita-Version nicht vor, aber man kann davon ausgehen, dass diese mit denselben Problemen zu kämpfen hat. Dies ist besonders schade, da sich die Spiele hervorragend für Unterwegs eignen und sehr gut steuern lassen. Wer also kein Problem mit einer unsauberen Performance hat und größeres Interesse an Switch und Vita hat, sollte – wenn überhaupt – auf jeden Fall zu diesen Versionen greifen.

Fazit:
Damascus Gear macht es mir als Armored Core- und Gundam-Fan nicht gerade einfach. Die große Auswahl und Anpassungsmöglichkeiten der verschiedenen Rüstungsteilen und Waffen lässt mein Herz höher schlagen, doch zeitgleich fehlt die nötige Spieltiefe und der ständig gleiche Ablauf der Missionen erschlägt einen förmlich durch seine Monotonie. Da kann selbst das beliebte Konzept des „Looten & Leveln“ nicht dauerhaft darüber hinweghelfen.

Wer aber aktuell unbedingt ein Spiel mit Mechs sucht und vor der Wahl zwischen Operation Tokyo oder Osaka steht, sollte wenn zu letzterem greifen. Die Verbesserungen, wenn sie auch nicht groß ausfallen, sind hier Grund genug und die Story um den stark verschuldeten Pechvogel ist ebenso interessanter. Der Rest macht einen großen Bogen um die Reihe und wartet lieber auf weitere Alternativen.

Damascus Gear: Operation Tokyo ist seit dem 1. März für PC, Playstation 4, Playstation Vita und Nintendo Switch erhältlich. Operation Osaka ist seit dem 7. März für PC, Playstation 4 und Playstation Vita erhältlich. Getestet wurden die Nintendo Switch (Operation Tokyo) und Playstation 4 (Operation Osaka) Versionen.

(getestet von Dr. Para)